Bald auch bei der Busreise: Sprit-Zuschlag für Flugreisen aus dem Katalog
Kaum sind die Touristen aus dem Urlaub zurück, liegen die neuen Winterkataloge der Reiseveranstalter schon druckfrisch in den Reisebüros. Wer den Blick aufs nächste Ziel und die Preise wagt, muss staunen: Die Listenpreise sind quasi freibleibend, weil die Veranstalter auf die Flugreisen Kerosin-Zuschläge draufschlagen wollen. Was man bei der See-Touristik schon kennt, wird als weiter gewälzte Kosten jetzt verstärkt auch von den Fluggesellschaften versucht.
Bei der Präsentation der ersten Winter-Katalogen hielt sich bei der Fachwelt der Anbieter mit einer Prognose noch zurück. Es sei nicht auszuschließen, dass auf die Katalogpreise im Saisonverlauf noch Kerosinzuschläge drauf kämen. Noch hat die Wintersaison nicht begonnen und die Kataloge bis April 2009 sind gerade erst in die Reisebüros gekommen und schon sind die Zuschläge aktuell. Bei der TUI, der FTI, Neckermann und auch bei Thomas Cook Reisen wurden gerade Zuschläge für Reisen im kommenden Winter eingeführt. Nachziehen wollen die Mitbewerber der Rewe-Marken ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg wollen bald nachziehen.
Veranstalter und Ziel bestimmen, wieviel der Urlauber mehr zahlen muss, als in den Katalogen angegeben. Bis zu 80 Euro ist denkbar, was jedoch nur für neue Buchungen gilt. Wer vor dem jeweiligen Stichtag den Reisevertrag geschlossen hat, muss nicht nachzahlen. Betroffen sind Veranstalter mit Ferienfliegern wie TUIfly, Air Berlin und Condor. Für Linienflüge gelten andere Regeln.
Auslöser ist zweifelsfrei Ölpreis, auch wenn Insider bei den Fluggesellschaften wissen wollen, dass Sprit zu Alt-Preisen gebunkert sein wie noch nie. Da aber die Flugpreise früh kalkuliert werden, wurde die Kalkulation von der Entwicklung der Preise beim Flugbenzin überholt. Ein bescheidener Rückgang des Ölpreises wirke sich, so die Branche, nicht entlastend aus, denn zugleich ist der US-Dollar teurer geworden. Beides hebe sich auf.
Alltours macht nicht mit
Nicht jeder Anbieter reagiert so. Der Branchendienst “fvw.de“ berichtet, dass sich Alltours der Zuschlagsrunde nicht anschließen will, weil dies den Urlaubern weder zuzumuten noch zu vermitteln sein. Und bei Thomas Cook heißt es ausdrücklich, zur Wintersaison 2008/09 würden Kerosinzuschläge nicht weiter erhöht.
Das Präsidium des Deutschen Reiseverbandes (DRV) in Berlin hält sich mit Voraussagen allerdings zurück. Gilt doch die Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise als schwer kalkulierbar. Bleibt es also problematisch, Prognosen dazu abzugeben, welchen Einfluss der Ölpreis auf die Reisepreise haben wird.
Fazit mit Provokation: Waren Flugreisen in der Standardklasse nicht immer schon zu günstig, verbunden mit der Tatsache, dass Flugbenzin nicht besteuert ist…Jetzt wird’s wohl teurer.
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